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Der Musikvideodreh

Vorwort

Die Grundidee aus der Story existiert, seit ein paar Jahren bereits, tatsächlich so in meinem Kopf. Aber wird wohl niemals umgesetzt werden.
Es ist die erste Geschichte, welche ich jemals irgendwo veröffentlicht habe.


Es sollte einer der größte Tag im meinem bisherigen Leben werden: Der Tag des Videodrehs!

Doch fangen wir am Anfang an. Bereits seit Jahren faszinieren mich Musicals, allen voran das Musical Grease, aus welchem der gleichnamigen Film mit John Travolta und Olivia Newton-John hervorgegangen ist. Meine Eltern schenkten mir und meiner damaligen Freundin, damals Eintrittskarten für die Vorstellung des Musicals Grease in Düsseldorf.

Einige Jahre später, fand ich auch zu Youtube und fand einige musikalisch sehr talentierte Youtuber, wobei mir besonders StrawbellyCake, Bina Bianca und Rezo mit Ihrem ganz eigenen Style gefallen.

Als StrawbellyCake, dann zusammen mit ein paar Freundinnen den Song „We Go Together“ veröffentlichte, war ich absolut begeistert. Doch eins störte mich, das Video! Es war eigentlich nur das Originalvideo mit einem Overlay. Seit dem gärte in mir die Idee, eines Remakes!

Doch wie sollte ich das Anstellen?
Ich war weder musikalisch, noch ein großer Webvideoproduzent. Ich hatte ein paar kleine Videos gemacht, meistens Teaser oder Trailer für irgendwas oder auch mal für Firmen ein paar Werbevideos für Messen, aber nichts was bekannt war.
Dennoch hatte ich da eine Videoidee im Kopf die mich nicht losließ. Ich wollte das Ende aus dem Film und dem Musical mit Youtubern neu drehen, angepasst an das Jahr 2016.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und schrieb Bina und Rezo an und teilte Ihnen meine Idee mit. Rechnete aber heimlich schon mit einer Absage. Umso überraschter war, ich das beide sofort Feuer und Flamme für die Idee waren.

Ein paar Tage später, schrieb Rezo mir dann das er einen Remix der Endsongs You’re The One That I Want und We Go Together machen würden und er gemeinsam mit Bina, die Songs einsingen und auch im Video performen würde.
Zwei Wochen später war der Remix fertig produziert und es fehlte nur noch das Video. Bei dem Video wollte ich mich von Grease dem Film inspirieren lassen und es sollte auf einer Kirmes spielen, in Anlehnung an das Volksfest aus dem Film am Ende.

Wie sollte ich das bewerkstelligen?
Klar ich hatte Kamera, Tonequipment, Greenscreen usw. aber das wichtigste fehlte mir: Know How! Ich wollte der Community nicht einfach ein stumpfes geradlinig gefilmtes Video präsentieren, sondern es sollte etwas Größeres werden. Also fragte ich Bina und Rezo, ob Sie Ideen für eine Umsetzung hätten. Bina hatte sofort die Idee, Tommy Krappweis mit ins Boot zu holen.
Ich war sprachlos und schrieb nur zurück:

Liebe Bina,

so toll ich deine Idee finde, habe ich einerseits nicht das Budget um Tommy zu bezahlen noch die Bumm-Film und ich glaube Tommy hat besseres zu tun, als bei einer wirren Idee eines unbekannten Typen zu helfen, der nicht einmal 100 Abonnenten auf seinem Channel vereint.
Aber danke für die Idee.

Vielleicht bekommen wir das ja anders realisiert.

Gruß
Nefuh

Doch Bina, war Feuer und Flamme!
Sie hatte zwischenzeitlich bereits mit Tommy telefoniert und dieser war absolut begeistert von der Projekt Idee. Leider arbeitete die Bumm-Film gerade an einem größeren Filmprojekt, so dass er uns kein Equipment zur Verfügung stellen könne, aber er und ein Kameramann seiner Firma, würden gerne bei der Umsetzung helfen.

Ich konnte es nicht fassen! Sollte meine Idee am Ende Wirklichkeit werden?

Ok dachte ich, jetzt bist Du am Arsch! Du hast keine Ahnung wie man sowas realisiert und auf die Beine stellt! Aber ich wollte auch nicht aufgeben. Also recherchierte ich im Internet und die nächste Kirmes in meiner Nähe, war die Düsseldorfer Herbstkirmes auf den Rheinwiesen. Eine der größten Veranstaltungen dieser Art in der näheren Umgebung, wo eigentlich immer sehr viele interessante Fahrgeschäfte vertreten waren. Ich fand die Nummer der Organisatoren und rief einfach mal und um nachzufragen, ob Sie generell ein Problem damit hätten, wenn auf den Platz gefilmt würde. Sie hatten kein Problem damit meinten aber, dass ich die Schausteller der Fahrgeschäfte, auf und vor welchen gefilmt werden soll, selber fragen müsste, ob diese einverstanden wären.

Leider war es nur noch eine Woche bis zur Herbstkirmes und die Schausteller waren bereits mit dem Aufbau beschäftigt. Die Zeit drängte.
Ich fuhr also einfach auf den Platz und fragte bei den Schaustellern einfach nach. Diese zeigten sich sofort begeistert und sicherten mit Ihre Zusammenarbeit zu. Ok, ich hatte also soweit die Erlaubnis für den Dreh, die beiden Protagonisten Bina und Rezo, als technischer Support für die Umsetzung Tommy Krappweis und einen seiner Mitarbeiter und zwei Kameras. Eine normale Videokamera und eine Spiegelreflexkamera mit Videofunktion. Was noch fehlte waren Leute!

Eine Kirmes ohne Leute ist keine Kirmes und für das Video, brauchte ich noch Leute, welche im Hintergrund das ganze feierten. Also machte ich einen spontan Aufruf an #TeamBina und die Community von Rezo! Jeder der Lust und Zeit hätte, möge doch bitte an einem bestimmten Wochenende nach Düsseldorf kommen und wer noch Videoequipment hätte, solle dies auch mitbringen. Der Ansturm war gewaltig und ich hatte keine Ahnung, welche Lawine ich losgetreten hatte.

Dann kam der Tag des Videodrehs!
Mir war morgens total schlecht vor Aufregung. Nicht nur das ich Bina, Rezo und auch Tommy treffen würde, auch ein Video sollte dabei entstehen. Ich machte mich fertig und packte meine große Videotasche in das Auto einer Freundin, welche sich netterweise bereit erklärt hatte mich nach Düsseldorf zu fahren.

Wir waren um 9:50 Uhr in Düsseldorf, um 10 Uhr wollte ich mich mit dem Platzwart treffen. Dieser erwartet uns bereits auf dem Parkplatz und meinte nur: „Ganz schöner Rummel!“. Ich konnte mit den Worten jedoch nichts anfangen und hielt es für einen misslungenen Wortwitz. Doch er war sehr nett und nahm sogar ein paar Ausrüstungsteile mit. Gemeinsam gingen wir zum Eingang und je näher wir kamen desto lauter wurde ein undefinierbares Stimmengewirr!

Am Eingang angekommen traute ich meinen Augen nicht! Da standen 100 – 200 Leute, welche alle wohl meinem Aufruf gefolgt waren und Teil des Videos sein wollten. Ich konnte es nicht glauben und dachte in dem Moment nur, wenn Du das Versaust, kannst Du dich im Internet nicht mehr sehen lassen. Etwas abseits am einem Autoskooter, warteten bereits Bina, Rezo und Tommy. Ich ging hinüber und begrüßte alle herzlich. Gott ich war wohl so nervös, dass man es mir wohl ansah! Bina nahm mich in den Arm und meinte nur „Zusammen schaffen wir das!“. Rezo und Tommy stimmten Ihr zu.

Ich ging zu dem Kassenhäuschen und begrüßte die Inhaberin, mit welcher ich unter anderem vor ein paar Tagen gesprochen hatte. Ich bat Sie mir ein Mikrofon zu geben und begrüßte erst einmal die Community. Als nächstes fragte ich, wer den alles eine Kamera dabei hätte. Es waren Recht viele Mitglieder mit Kamera, von einfacher Vlog-Kamera über GoPro’s und Spiegelreflexkameras bis hinzu richtigen Videokameras. Zusammen mit Tommy und seinem Mitarbeiter teilten wir die Leute in verschiedene Gruppen ein. Jede Gruppe bekam eine andere Videoaufgabe. Die Leute mit Vlog-Kameras oder GoPros sollten aus der feiernden Menge heraus filmen, aber darauf achten nicht die anderen positionierten Kameraleute direkt zu filmen. Die positionierten Kameraleute, waren die mit richtigen Videokameras, welche von Tommy und dem Mitarbeiter, positioniert wurden, so das immer aus mehrere Blickwinkeln gefilmt wurde und nachher im Schnitt, dann viel Material zur Verfügung stand.
Geplant war den Song, jeweils immer komplett an verschiedenen Fahrgeräten zu filmen und später im Schnitt einen bunten Mix daraus zu erstellen. Das Finale sollte dann vom Hauptgang aus, gefilmt werden, wenn die Menge mit den Protagonisten im Vordergrund sich auf den Ausgang zu bewegt. Ähnlich dem Original.

Als erstes filmten wir direkt am Autoskooter. Die nette Inhaberin spendierte dazu 20 Leuten aus der Community Freifahrten, damit der Autoskooter auch gut gefüllt war. Bina und Rezo fuhren jeweils einen eigenen Skooter und Bina sollte Rezo dabei auch dabei möglichst immer verfolgen und ab und zu auch mal an schubsen. Für das richtige Feeling, spielten wir den Remix von Rezo über die Anlage vom Autoskooter ab. Es war Mega geil! Die Leute der Community, welche nicht zu den 20 Leute gehörten, die in einem Autoskooter fuhren, standen um diesen herum und feierten!

Es war unbeschreiblich!

Das ganze wiederholten wir noch an 6 anderen Fahrgeschäften. Bevor es zu dunkel wurde, drehten wir noch die Eingangsszene. Als Drehort hatten wir eine V-förmige Gabelung ausgemacht. Rezo als Danny Zuko, kam zusammen mit ein paar Community-Mitgliedern von sich, welche die T-Birds spielten, von der einen Seite und Bina als Sandy Olsson, kam mit ein paar Mädels aus #TeamBina als Pink Ladies, unter anderem mit Dorry90 und Jeansgirly von der anderen Seite. Beide Gruppen sollten dann aufeinandertreffen und wie im Film, sollte Rezo von Bina und Ihrem Aussehen total überrascht sein. Während der Drehs auf und an den Fahrgeschäften fanden Bina und Rezo immer mehr zueinander in Ihren Rollen.

Für die letzte Szene, die Abschlussszene, mussten wir nun etwas warten, da diese gedreht werden sollte, wenn es etwas dämmerte, damit die Beleuchtung der Fahrgeschäfte besser zu Geltung kommen würde. Was wir nicht wussten, das sich Tommy zwischenzeitlich mit den Schaustellern besprochen hatte. Als wir uns zum Schlussdreh aufstellten, kam Tommy und meinte das jeder mit einer Kamera sich zwischen die Fahrgeschäften entlang des Weges stellen sollte und immer nur den Abschnitt filmen sollte, zwischen den beiden Fahrgeschäften, wo er Stand. Die restliche Community sollte sich an die Fahrgeschäfte verteilen und den beiden, Rezo und Bina, zujubeln und hinter Ihnen dann zusammenkommen und mitlaufen. Ich sollte vor den beiden vorweg Rückwärts laufen und frontal Filmen. Damit die Kamera dabei etwas ruhiger sein würde, hatte Tommy ein Rollbrett von einem der Schausteller besorgt, auf welches wir die Kamera mit dem Stativ stellen und ich so die Kamera nur zu ziehen brauchte.

Als alle soweit in Position waren, meinte Tommy nur, dass es wichtig wäre gleichmäßig zu gehen. Er zählte von 10 Rückwärts, bei 5 begannen wir mit der Aufnahme, bei 2 nahm er ein Handfunkgerät in die Hand und bei 0 rief er los hinein. Alle Fahrgeschäfte schalteten Ihre komplette Beleuchtung ein inkl. sämtlicher Effektgeräte wie Nebelmaschinen, Laser und ähnlichem. Dazu begann von Rechts und Links aus den Fahrgeschäften, der Song in voller Lautstärke zu tönen. Wir setzen uns in Bewegung und es stellte sich heraus, dass jedes Fahrgeschäft zur gleicher Zeit den Song angemacht hatte, den auf dem Weg begleitete uns der Song die ganze Zeit. Es war einfach großartig! Die Abschlussszene war noch besser, als ich es mir vorgestellt hatte.

Als alles abgedreht war, war ich Mega glücklich und erleichtert. Alles hatte mitgespielt, das Wetter, Bina, Tommy & Rezo, sowie die großartige Community von Bina und Rezo. Ich gab jedem der gefilmt hatte, meine E-Mail Adresse und bat die Leute, mir Ihr gefilmtes Material per Dropbox zu schicken.

Wir feierten noch zusammen ein wenig, an einem der Bierstände und langsam gingen alle nach Hause.
Gegen 2 Uhr Nachts kam ich müde, aber total glücklich zu Hause an.
Wohlwissend, das für mich die eigentliche Arbeit jetzt erst beginnen würde.

Die größte Herausforderung lag noch vor mir! Der Schnitt.

Da ich den Schnitt nicht versauen wollte und um auch den Bemühungen der Community gerecht zu werden, bat ich Bina um Hilfe. Mit Ihren Verbindungen aus Ihrer Zeit als Sie noch für Studio71 gearbeitet hatte, stellten Sie mir den Kontakt zu einem Cutter her. Dieser erklärte sich bereit mir dabei zu helfen. Er hätte sowieso noch ein paar Tage Urlaub und würde nicht wegfahren. Also lud ich Ihn zu mir ein, als ich alle Files von der Community zusammen hatte.

Zusammen mit dem Cutter, arbeitete ich zwei Tage intensiv an dem Schnitt und am Ende hatte ich nicht nur eine Menge über Videoschnitt gelernt, sondern wie ich fand mit dem Cutter zusammen auch ein sehr gutes Video geschaffen. Ich war von dem Ergebnis begeistert und hoffte, dass es der Community auch gefallen würde.

Da ich mit dem Leiter unseres Cinemaxx befreundet war, plante ich das Video in Rahmen eines kleinen Communitytreffen vorzuführen. Also schrieb ich wieder Bina, Rezo und Tommy an und teilte Ihnen mit das das Video fertig sei und ich es im Rahmen einer Communityaktion auf der großen Leinwand in unserem Cinemaxx präsentieren wolle. Ich bat alle drei doch auch dahin zukommen und alle sagten sofort zu. Als nächstes lud ich alle Communitymitglieder dazu ein, welche mit ihren Kameras am Film mitgearbeitet hatten. Wir hatten beim Schnitt darauf geachtet, wirklich von jedem eingesendeten Material etwas zu verwenden. Die restlichen Plätze wurden dann unter den Communities von Bina und Rezo verlost.

Der Abend war ein voller Erfolg. Die Leute feierten das Video!

Als bei den Endcredits, die Namen aller am Video beteiligten Communitymitglieder durchliefen, ich hatte mir diese von den Leuten am Abend des Drehs geben lassen, rastete der Saal förmlich aus vor Begeisterung.

Ein paar Tage später, veröffentlichte ich das Video auf Youtube!
Die Resonanz aus der restlichen Community, welche bei der Communityaktion nicht dabei war, war überwältigend.